Abschiedsbrief Baden-Powells an die Pfadfinderinnen der Welt
Liebe Pfadfinderinnen!
Das ist mein Abschiedsbrief und somit das letzte Mal, daß ich zu
Euch spreche. Vergeßt bitte, wenn ich nicht mehr bin, Eure
Lebensaufgabe nicht, nämlich glücklich zu sein und glücklich zu
machen. Das ist so einfach! Ihr macht erst einmal andre Leute
glücklich, indem Ihr ihnen Gutes tut. Über das Selberglücklich-Sein
braucht Ihr Euch dann keine Gedanken mehr zu machen, denn dann kommt
es von selbst.
Ihr werdet hart arbeiten müssen, aber der Lohn wird nicht
ausbleiben. Wenn Eure Kinder gesund, unverdorben und
unternehmungslustig heranwachsen dürfen, werden sie glücklich sein.
Und glückliche Kinder lieben ihre Eltern. Eine reinere Freude als
die Liebe eines Kindes gibt es nicht. Ich bin überzeugt, daß Gott
unser Glück in diesem Leben will. Wir dürfen auf einer Erde leben,
die voller Schönheit und voller Wunder ist, und Gott versah uns
nicht nur mit Augen, um das alles wahrzunehmen, sondern auch mit dem
Verstand, diese ganze Pracht zu erfassen. Wir dürfen es nur nicht an
der Einstellung fehlen lassen. Je mehr Liebe und Glück Ihr aussät,
desto mehr werden Gatten und Kinder an Euch hängen, und etwas
Schöneres gibt es nicht auf Erden. Ihr werdet bald herausfinden, daß
der Himmel nicht irgendein fernes Glück in den Wolken ist, das erst
nach dem Tode kommt. Das Glück liegt in dieser Welt in Eurem Heim.
So führt denn andere zum Glück und werdet selbst glücklich dabei.
Wenn Ihr das tut, so erfüllt Ihr die Euch von Gott übertragene
Aufgabe.
Gott mit Euch .
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Abschiedsbrief Baden-Powells an die Pfadfinder der Welt
Liebe Pfadfinder!
In dem Theaterstück "Peter Pan", das Ihr vielleicht kennt, ist der
Piratenhäuptling stets dabei, seine Totenrede abzufassen, aus
Furcht, er könne, wenn seine Todesstunde käme, dazu keine Zeit mehr
finden. Mir geht es ganz ähnlich. Ich liege zwar noch nicht im
Sterben, aber der Tag ist nicht mehr fern. Darum möchte ich noch ein
Abschiedswort an Euch richten. Denkt daran, daß es meine letzte
Botschaft an Euch ist, und beherzt sie wohl.
Mein Leben war glücklich, und ich möchte nur wünschen, daß jeder von
Euch ebenso glücklich lebt.
Ich glaube, Gott hat uns in diese Welt gestellt, um darin glücklich
zu sein und uns des Lebens zu freuen. Das Glück ist nicht die Folge
von Reichtum oder Erfolg im Beruf und noch weniger von Nachsicht
gegen sich selbst. Ein wichtiger Schritt zum Glück besteht darin,
daß Ihr Euch nützlich erweist und des Lebens froh werdet, wenn Ihr
einmal Männer sein werdet.
Das Studium der Natur wird Euch all die Schönheiten und Wunder
zeigen, mit denen Gott die Welt ausgestattet hat. Euch zur Freude.
Seit zufrieden mit dem, was Euch gegeben ist, und macht davon den
bestmöglichen Gebrauch. Trachtet danach, jeder Sache eine gute Seite
abzugewinnen.
Das eigentliche Glück aber findet Ihr darin, daß Ihr andere
glücklich macht. Versucht, die Welt ein bißchen besser
zurückzulassen, als Ihr sie vorgefunden habt.
Wenn dann Euer Leben zuende geht, mögt Ihr ruhig sterben im
Bewußtsein, Eure Zeit nicht vergeudet, sondern immer Euer Bestes
getan zu haben.
Seid in diesem Sinn "allzeit bereit", um glücklich zu leben und
glücklich zu sterben. - Haltet Euch immer an das
Pfadfinderversprechen, auch dann, wenn Ihr keine Knaben mehr seid.
Euer Freund
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